Das Wichtigste in Kürze

  • Schnarchgeräusche entstehen meist im Rachen, häufig am weichen Gaumen. Ein Nasenpflaster weitet nur den vordersten Abschnitt der Nase. [1][2]
  • Meta-Analysen fanden keinen verlässlichen Effekt von Nasendilatatoren auf das Schnarchen. Bei Schlafapnoe änderten sich Atemaussetzer-Index (AHI) und Sauerstoffsättigung nicht; nur in einer Teilauswertung mit inneren Dilatatoren lag der Apnoe-Index etwas niedriger, statistisch nicht signifikant. [3][4]
  • Die deutsche S3-Leitlinie zum Schnarchen (2019, derzeit in Überarbeitung) sieht einen Versuch mit Nasendilatatoren für den Fall vor, dass die Nasenatmung im Bereich der Nasenklappe behindert ist. [1]
  • Stiftung Warentest ließ 2021 die Studienlage zu 23 Schnarchhilfen bewerten, mit Urteilen von „mit Einschränkung geeignet“ bis „nicht geeignet“. Laut chip.de eignen sich äußere Strips weniger als innere Dilatatoren; die kostenpflichtigen Einzelurteile haben wir nicht eingesehen. [5][6]
  • Atemaussetzer, starke Tagesmüdigkeit oder lautes, unregelmäßiges Schnarchen gehören ärztlich abgeklärt. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. [7][8][9]
Inhalt dieser Seite
  1. Helfen Nasenpflaster beim Schnarchen? Die kurze Antwort
  2. Wo entsteht Schnarchen?
  3. Wann spielt die Nase eine Rolle?
  4. Was zeigt die Studienlage zu Nasenpflastern und Schnarchen?
  5. Was die HNO-Leitlinie sagt
  6. Stiftung Warentest 2021: was die Bewertung aussagt
  7. Schnarchen oder Schlafapnoe?
  8. Was als Nächstes sinnvoll ist

Helfen Nasenpflaster beim Schnarchen? Die kurze Antwort

Nach heutigem Stand ist ein Nasenpflaster beim Schnarchen keine verlässliche Lösung. Das Geräusch entsteht in aller Regel im Rachen, ein Pflaster weitet dagegen nur den vordersten Teil der Nase. [1][2] Meta-Analysen fanden beim Schnarchindex, einem Maß für die Häufigkeit des Schnarchens, das je nach Studie unterschiedlich berechnet wird, keine signifikante Änderung. [3][4] „Wissenschaftlich ist nicht eindeutig bewiesen, dass Nasenpflaster gegen Schnarchen wirken“, sagt der Schlafmediziner Georg Nilius in der Apotheken Umschau. [10]

Etwas anders bewertet die deutsche S3-Leitlinie zum Schnarchen eine behinderte Nasenatmung vorne in der Nase, an der sogenannten Nasenklappe: Dafür sieht sie einen Versuch mit inneren oder äußeren Nasendilatatoren vor; das Schnarchen kann sich laut Leitlinie in Einzelfällen verringern. [1] Ob eine solche Enge vorliegt, klärt eine HNO-Untersuchung.

Wo entsteht Schnarchen?

Schnarchen ist das Geräusch von schwingendem Weichgewebe. Im Schlaf lässt die Muskelspannung im oberen Atemweg nach, der Rachen wird enger, die Luft strömt schneller und versetzt die Weichteile in Schwingung. Laut S3-Leitlinie ist der Ursprung häufig der weiche Gaumen, möglich sind aber auch andere Abschnitte des Rachens und seltener der Kehlkopf. [1]

Die Nase selbst schnarcht in der Regel nicht, ihr knöchernes und knorpeliges Gerüst ist dafür zu stabil. Eine verengte Nase kann ein angestrengtes Atemgeräusch erzeugen, das sich aber von einem Schnarchen unterscheidet. [1]

Wo Schnarchgeräusche entstehen und wo ein Nasenpflaster ansetzt
AbschnittRolle beim SchnarchenWas ein äußeres Nasenpflaster dort ändert
Naseneingang und Nasenklappe (vorderste Zentimeter)engste Stelle der Nase [11]; schwingt nicht selbst, eine Enge gilt aber als möglicher Mitauslöser [1]weitet den Querschnitt mechanisch, in Messungen bis etwa 3 cm hinter dem Naseneingang [12][2]
Weiter hinten in der Nase (ab etwa 3 cm: Schleimhaut, hintere Teile von Muscheln und Scheidewand)Schleimhautschwellung oder eine schiefe Nasenscheidewand können die Nasenatmung behindern [11]in einer Messstudie keine Wirkung auf diesen Abschnitt [2]
Weicher Gaumen und Zäpfchenhäufigster Ursprung der Schnarchgeräusche [1][10]setzt dort nicht an
Zungengrund, Mandeln, Rachenwände, seltener Kehlkopfkönnen schwingen oder den Atemweg einengen [1]setzt dort nicht an

Stand der Literatur: 09.10.2026. Keine Aussage über einzelne Produkte.

Als Risikofaktoren nennt die Leitlinie männliches Geschlecht, höheres Lebensalter, Rauchen, Übergewicht, Alkohol, eine behinderte Nasenatmung und einen vergrößerten weichen Gaumen. [1]

Wann spielt die Nase eine Rolle?

Ganz unbeteiligt ist die Nase nicht. Laut Leitlinie haben Schnarchende im Mittel einen höheren Nasenwiderstand als Menschen, die nicht schnarchen. Eine behinderte Nasenatmung wird als Mitauslöser diskutiert, weil der stärkere Sog beim Einatmen die Schwingungen weiter hinten im Rachen begünstigen könnte. [1] Ist die Nase verlegt, weicht der Körper außerdem auf Mundatmung aus, was laut Apotheken Umschau das Vibrieren des weichen Gaumens (Gaumensegel) und des Zäpfchens begünstigt. [10]

Ursachen einer behinderten Nasenatmung sind zum Beispiel allergischer oder nicht allergischer Dauerschnupfen (chronische Rhinitis) [1], eine schiefe Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuscheln oder ein Nasenflügelkollaps, bei dem die Nasenflügel beim Einatmen nach innen gesaugt werden. [11]

Nur ein Teil davon liegt dort, wo ein Pflaster ansetzt: an der Nasenklappe, dem engsten Abschnitt der Nase kurz hinter den Nasenlöchern. [11] Federbänder ziehen die seitlichen Nasenwände dort von außen etwas auseinander. In einer Messstudie mit 27 Gesunden, deren Nasenschleimhaut vorher mit einem Nasenspray abgeschwollen wurde, stieg der engste Querschnitt mit Strip von 1,40 auf 1,73 cm² (einmalige Messung). [12] Weiter hinten in der Nase, etwa bei geschwollener Schleimhaut, zeigte ein Strip in einer Messstudie keine Wirkung. [2] Wie die Nasenklappe aufgebaut ist und wie eine Enge festgestellt wird, erklärt die Seite Nasenklappe.

Wer selbst keine Probleme mit der Nasenatmung bemerkt, für den ist eine Schnarchbehandlung an der Nase laut Leitlinie in der Regel nicht begründet. Manchen fällt eine eingeschränkte Nasenatmung allerdings erst bei Tests in der Praxis auf. [1] Häufige Ursachen einer verlegten Nase fasst die Seite Nasenatmung verbessern zusammen.

Was zeigt die Studienlage zu Nasenpflastern und Schnarchen?

Belegt ist vor allem die Mechanik, also das Weiten des vorderen Nasenabschnitts. [12][2] Ob dadurch das Schnarchen leiser oder seltener wird, ist eine andere Frage. Die wichtigsten Arbeiten dazu, mit ihren Grenzen:

Studien zu Nasendilatatoren und Schnarchen: Design, Ergebnis und Grenzen
ArbeitWer wurde untersucht?Ergebnis zum SchnarchenGrenzen
Meta-Analyse, Alotaibi et al. 202617 Studien mit 496 Erwachsenen mit Schnarchen oder Schlafapnoe; innere und äußere Dilatatoren gemeinsam ausgewertet [3]keine signifikante Änderung des Schnarchindex; auch Atemaussetzer, Schlafdauer, Sauerstoffsättigung und Tagesmüdigkeit ohne messbaren Vorteil [3]Schnarchindex nur aus Vorher-nachher-Daten ohne Kontrollgruppe; meist sehr kleine Studien (Median 16,5 Personen); Literatur bis Januar 2024 [3]
Meta-Analyse, Camacho et al. 201614 Studien zu Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe; Nasenstrip und innerer Nasenspreizer (Nozovent) [4]keine signifikante Änderung von Schnarchindex, Atemaussetzer-Index (AHI) oder niedrigster Sauerstoffsättigung; mit inneren Dilatatoren lag der Apnoe-Index in einer Teilauswertung um 4,9 pro Stunde niedriger, statistisch nicht signifikant; mit Strips praktisch unverändert [4]nur Schlafapnoe, kein reines Schnarchen; überwiegend kleine Fallserien und Fall-Kontroll-Studien ohne Randomisierung [4]
Randomisierte Studie mit Placebo-Strip, Pevernagie et al. 200012 nicht übergewichtige Erwachsene mit chronischer Rhinitis, die schnarchten, aber keine Schlafapnoe hatten [13]weniger Schnarchgeräusche pro Stunde als mit Placebo-Strip (173 statt 258); Lautstärke, Schlafqualität und Atemaussetzer unverändert [13]sehr kleine, besondere Gruppe; eine Ausgangsnacht und eine Behandlungsnacht im Schlaflabor [13]
Expertenreview, Illidi et al. 2023Übersicht über kommerzielle Atemhilfen [14]Daten zu Häufigkeit und Dauer des Schnarchens uneinheitlich; subjektive Bewertungen fallen teils besser aus, objektive Schlafapnoe-Werte ändern sich vermutlich nicht [14]narrative Übersicht, keine eigene Meta-Analyse

Stand der Literatur: 09.10.2026. Keine eigene Bewertung einzelner Produkte.

Für Schnarchende insgesamt ist damit kein verlässlicher Effekt belegt. Die Autorinnen und Autoren der Meta-Analyse von 2026 empfehlen Nasendilatatoren nicht als alleinige Behandlung schlafbezogener Atmungsstörungen; ergänzend halten sie sie bei leichten Beschwerden oder verstopfter Nase für denkbar. [3] Mehr zur Studienlage, auch zu Schlaf und Sport, steht unter Wie wirken Nasenpflaster?.

Warum Erfahrungen mit Nasenpflastern beim Schnarchen so unterschiedlich ausfallen

Begeisterte und enttäuschte Berichte stehen oft nebeneinander. Die Forschung erklärt einen Teil davon:

  • Seltener ist nicht leiser. In der kleinen placebokontrollierten Studie bei chronischer Rhinitis schnarchten die Teilnehmenden mit Strip seltener, aber nicht leiser. [13] Berichte können also Häufigkeit oder Lautstärke meinen.
  • Der Placebo-Effekt kann groß sein. Zwei doppelblinde Studien untersuchten 140 und 130 sonst gesunde Erwachsene mit chronisch nächtlich verstopfter Nase und Schlafproblemen. Mit echtem Strip besserten sich Schlafprobleme und Müdigkeit nicht stärker als mit Placebo-Strip, obwohl beide Gruppen deutlich weniger Beschwerden angaben als zu Beginn. Beide Studien finanzierte der damalige Hersteller. [15]
  • Urteile ohne Vergleichsgruppe. In einer offenen Studie mit 35 Schnarchenden ohne Schlafapnoe schätzten die Bettpartner das Schnarchen nach 14 Nächten mit Strip als schwächer ein. Ohne Kontrollgruppe bleibt offen, was am Strip lag und was an der Erwartung. Wer die Studie finanzierte, nennt der Abstract nicht; PubMed verzeichnet eine nicht staatliche Förderung. [16]
  • Schnarchen ist schwer zu messen. Schnarchindizes aus dem Schlaflabor sind laut Leitlinie nicht validiert und kaum vergleichbar, und wie störend Schnarchen ist, hängt stark vom Bettpartner ab. [1]

Was die HNO-Leitlinie sagt

Einschlägig in Deutschland ist die S3-Leitlinie der HNO-Fachgesellschaft zum Schnarchen bei Erwachsenen; S3 ist die höchste der drei Leitlinienstufen der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften). Ihre Gültigkeit ist dort als abgelaufen vermerkt, eine Neufassung ist in Arbeit. [1]

Herausgeber
Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC)
Stand
März 2019; Gültigkeit laut AWMF abgelaufen, wird derzeit überarbeitet
Aussage zu Nasendilatatoren
Bei behinderter Nasenatmung im Bereich der Nasenklappe „sollte“ ein Therapieversuch mit inneren oder äußeren Dilatatoren angeboten werden; Studien im Schlaflabor laut Leitlinie widersprüchlich

Die Leitlinie richtet sich an Ärztinnen und Ärzte; ihre Aussage gilt für Schnarchende mit festgestellter Enge an der Nasenklappe, nicht für alle. „Sollte“ ist dort die mittlere von drei Empfehlungsstärken, zwischen „soll“ und „kann“. Eine behinderte Nasenatmung erfordert laut Leitlinie unabhängig vom Schnarchen eine Abklärung. [1]

Wie sich innere Nasenspreizer von Pflastern unterscheiden, steht unter Nasenspreizer; Klemmen und Klammern mit oder ohne Magnet behandelt die Seite Nasenklammer und Schnarchen.

Stiftung Warentest 2021: was die Bewertung aussagt

Für Heft 10/2021 ließ Stiftung Warentest von einem Experten prüfen, ob es für 23 Schnarchhilfen ausreichende wissenschaftliche Belege gibt; 7 davon sollen die Nase freihalten. Die Urteile reichen von „mit Einschränkung geeignet“ bis „nicht geeignet“; ein Mittel, das bei allen Schnarchenden wirkt, gibt es laut Stiftung nicht. Voraussetzung ist für sie, dass die Ursache des Schnarchens erkannt und im Zweifel zahnärztlich oder in der HNO-Praxis geklärt ist. [5]

Die kostenpflichtigen Einzelurteile haben wir nicht eingesehen. Laut Hamburger Abendblatt erhielten Nasenspreizer, die den Naseneingang offenhalten sollen, „mit Einschränkung geeignet“. Boris Stuck, HNO-Arzt und Erstautor der S3-Leitlinie, sagte dort, so etwas helfe nur Menschen, deren Hauptproblem die Nasenklappe sei, und das sei relativ selten. [17][1] Laut chip.de kommen innere Dilatatoren in Frage, wenn die HNO-Praxis eine Enge vorne in der Nase festgestellt hat; äußere Strips spreizen die Nasenflügel demnach nur geringfügig und eignen sich weniger. [6] Mehr dazu und woran du Vergleichsseiten ohne Prüfprotokoll erkennst, steht in der Kaufberatung zu Stiftung Warentest und Vergleichsseiten.

Schnarchen oder Schlafapnoe?

Schnarchen allein ist laut gesund.bund.de harmlos. Erst wenn Atemaussetzer hinzukommen, spricht man von einer Schlafapnoe. [7] Gezählt werden dabei Atempausen von mindestens zehn Sekunden; als Grenze gelten fünf solcher Pausen pro Stunde. Am Ende einer Pause holen Betroffene oft mit einem lauten Schnarchgeräusch Luft; bemerkt werden die Aussetzer häufig von der Partnerin oder dem Partner. [10] Gelegentliche kurze Atemaussetzer ohne Tagesmüdigkeit sind laut IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) dagegen meist kein Anlass zur Beunruhigung. [8]

Festgestellt wird eine Schlafapnoe ärztlich, etwa mit einem tragbaren Messgerät für die Nacht oder im Schlaflabor. Am wirksamsten lässt sich eine schwere Schlafapnoe mit CPAP behandeln, einem Atemgerät, das nachts über eine Maske leichten Überdruck erzeugt. [8][18]

Was als Nächstes sinnvoll ist

Wenn Schnarchen dich oder deinen Bettpartner stört, führt der Weg über eine Abklärung:

  1. Beobachtungen für das Arztgespräch

    Nützlich ist, was dir oder deinem Bettpartner aufgefallen ist: ob du jede Nacht oder nur zeitweise schnarchst, ob es von der Schlaflage abhängt und ob Atempausen beobachtet wurden. [1]

  2. Hausarztpraxis

    Bei Verdacht auf Schlafapnoe fragen Ärztinnen und Ärzte dort nach Beschwerden und Lebensgewohnheiten und untersuchen dich körperlich. [8]

  3. HNO-Praxis

    Untersucht werden Nase, Rachen und Mundhöhle, bei Bedarf mit Funktionstests wie der Rhinomanometrie, die Luftstrom und Widerstand in der Nase misst. [1]

  4. Schlafmedizinische Messung

    Laut Leitlinie soll sie erfolgen, wenn ein Verdacht auf Schlafapnoe oder eine andere schlafbezogene Atmungsstörung besteht, wenn relevante Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen oder wenn du dein Schnarchen behandeln lassen möchtest. [1]

Welcher weitere Ansatz passt, hängt vom Befund ab. So bewertet die Leitlinie die Möglichkeiten:

Ansätze beim Schnarchen und was die S3-Leitlinie (2019) dazu sagt
AnsatzAussage der LeitlinieDatenlage laut Leitlinie
Allgemeine Maßnahmen (abends kein Alkohol, keine Schlafmittel, Rauchstopp, regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus)aus schlafmedizinischer Sicht zu unterstützen [1]überzeugende Studien zur Wirkung auf das Schnarchen fehlen
Rückenlage vermeidenbei Schnarchen vor allem in Rückenlage sollte ein Versuch angeboten werden [1]kaum Studien; rein rückenlagebezogenes Schnarchen scheint selten
Gewicht reduzierensoll bei Übergewicht empfohlen werden [1]begrenzt
Unterkieferprotrusionsschiene (Zahnschiene, die den Unterkiefer nach vorn verlagert)soll in geeigneten Fällen bei Behandlungswunsch empfohlen und mit zahn- und schlafmedizinischer Expertise angepasst werden [1]randomisierte Studien vorhanden (Evidenzlevel 1b), die Daten aber weniger belastbar als bei Schlafapnoe
Innere oder äußere Nasendilatatorensollte bei Enge im Bereich der Nasenklappe angeboten werden [1]Fallserien meist positiv, Schlaflaborstudien widersprüchlich
Nasenoperationsollte angeboten werden, wenn zugleich eine Nasenatmungsbehinderung besteht [1]subjektive Besserung beschrieben, objektiver Nachweis fehlt bisher
Eingriffe am weichen Gaumenwenn er die vermutete Quelle ist, bevorzugt minimalinvasive Verfahren [1]abhängig vom Verfahren
Muskelübungen für Mund und Rachenkeine Empfehlung [1]reicht für eine Empfehlung nicht aus
Tabletten (Medikamente zum Einnehmen)werden nicht empfohlen [1]teils positive Effekte in Studien, aber ungünstiges Verhältnis von Nebenwirkungen zu Nutzen und keine Zulassung für Schnarchen
Öle oder Sprays für den Gaumenwerden nicht empfohlen [1]keine überzeugenden Studien

Wiedergabe der S3-Leitlinie 017/068 (Stand März 2019, Gültigkeit abgelaufen, in Überarbeitung), geprüft am 09.10.2026. Keine Behandlungsempfehlung im Einzelfall.

Praktische Hinweise zum Tragen eines Nasenpflasters in der Nacht stehen unter Nasenpflaster zum Schlafen. Eine Kombination mit Mundpflaster empfehlen wir nicht; was zu Mouth Taping bekannt ist, steht auf der Seite Mundpflaster.

Häufige Fragen

Warum schnarche ich trotz Nasenpflaster?

Meist, weil das Geräusch gar nicht in der Nase entsteht. Häufigster Ursprung ist der weiche Gaumen. [1] Ein Nasenpflaster weitet nur den vordersten Nasenabschnitt, weiter hinten ändert es nichts. [2] Schnarchst du laut und unregelmäßig oder fallen Atempausen auf, lass das ärztlich abklären. [9]

Kann ein Nasenpflaster Schlafapnoe behandeln?

Nein. In einer Studie bei 26 Erwachsenen mit schwerer Schlafapnoe änderten Nasenstrips keinen der im Schlaflabor gemessenen Werte; die Forschenden halten sie deshalb für ein geeignetes Placebo in Studien zur CPAP-Therapie. [19] Auch der Hersteller von Breathe Right schreibt in seiner deutschen Gebrauchsanweisung, die Strips seien nicht zur Behandlung von Schlafapnoe vorgesehen. [20]

Was kann ich tun, wenn mein Partner schnarcht?

Sprich es in einem ruhigen Moment an und erzähl, was dir nachts auffällt, besonders Atempausen. Deine Beobachtungen sind fürs Arztgespräch nützlich; die Leitlinie sieht die Angaben des Bettpartners ausdrücklich vor. [1] Schnarchen ohne Atemaussetzer gilt als harmlos, kann eine Beziehung aber belasten; behandelt wird es, wenn ein Behandlungswunsch besteht. [7][1]

Woran erkenne ich, ob meine Nase am Schnarchen beteiligt ist?

Verlässlich klärt das eine HNO-Untersuchung, bei Bedarf mit Funktionstests wie der Rhinomanometrie. [1] Der Cottle-Test, bei dem die Wange neben der Nase zur Seite gezogen wird, ist laut Fachliteratur nicht beweisend, weil das Atmen dabei auch bei normal geformter Nasenklappe leichter wird. [11] Auch das Gefühl, die Nase sei mit Pflaster durchgängiger, ist kein Beleg: In einer Ulmer Messstudie mit 102 Erwachsenen hing es nicht mit den Messwerten zusammen. [21]

Was tun, wenn ein Kind schnarcht?

Schnarcht ein Kind regelmäßig ohne erkennbaren Grund wie einen Infekt, sollte das zuerst in der kinder- und jugendärztlichen Praxis abgeklärt werden; dort kann bei Bedarf eine HNO-Untersuchung empfohlen werden. Mögliche Folgen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen, Probleme in der Schule und Verhaltensauffälligkeiten. [22] Etwa 7 % der Kinder schnarchen regelmäßig, 0,7 bis 2 % haben eine obstruktive Schlafapnoe; mögliche Ursachen sind unter anderem vergrößerte Mandeln oder Polypen. [23] Dort setzt ein Nasenpflaster nicht an.

Quellen (23)
  1. Leitlinie · 2019Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC); Stuck BA, Braumann B, Heiser C, Herzog M, Maurer JT, Plößl S, Steffen A, Sommer JU, Verse T, Hofauer B. S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen. AWMF-Register-Nr. 017/068. Stand März 2019 (Langfassung). (öffnet in neuem Tab)
  2. Studie · 2007Høyvoll LR, Lunde K, Li HS, Dahle S, Wentzel-Larsen T, Steinsvåg SK. Effects of an external nasal dilator strip (ENDS) compared to xylometazolin nasal spray. Eur Arch Otorhinolaryngol. 2007;264(11):1289–1294. (öffnet in neuem Tab)
  3. Meta-Analyse · 2026Alotaibi S, Bin Saddiq BW, Alfarhoud RS, Alghamdi STN, Alsaffar AJ, Alnabhan AM, et al. (12 Autorinnen/Autoren). Clinical Effectiveness of Nasal Dilators in Sleep-Disordered Breathing: A Systematic Review and Meta-Analysis. Cureus. 2026 Jan 3;18(1):e100663. (öffnet in neuem Tab)
  4. Meta-Analyse · 2016Camacho M, Malu OO, Kram YA, Nigam G, Riaz M, Song SA, Tolisano AM, Kushida CA. Nasal Dilators (Breathe Right Strips and NoZovent) for Snoring and OSA: A Systematic Review and Meta-Analysis. Pulm Med. 2016;2016:4841310. (öffnet in neuem Tab)
  5. Verbrauchertest · 2021 · Einzelurteile kostenpflichtigStiftung Warentest: Hilfsmittel gegen das Schnarchen – Besserung ist Glückssache (test 10/2021, 23 Produkte, Bewertung anhand von Studienlage durch einen medizinischen Gutachter) (öffnet in neuem Tab)
  6. Presse · 2024chip.de: Das hilft laut Stiftung Warentest gegen Schnarchen (Bericht über test 10/2021, nennt die Produkte der Gruppe „Nase freihalten“) (öffnet in neuem Tab)
  7. Gesundheitsinformation · 2025Bundesministerium für Gesundheit; in Zusammenarbeit mit IQWiG. Obstruktive Schlafapnoe (OSA). gesund.bund.de. Stand: 04.04.2025. (öffnet in neuem Tab)
  8. Gesundheitsinformation · 2026Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Obstruktive Schlafapnoe. gesundheitsinformation.de. Aktualisiert am 08.07.2026. (öffnet in neuem Tab)
  9. Leitlinie · 2017Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen – Kapitel „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“. AWMF-Register-Nr. 063/001, Version 2.0 (August 2017) mit Teil-Aktualisierungen (07/2020, 01/2023). (öffnet in neuem Tab)
  10. Gesundheitsinformation · 2025Meuter S, Klados K; wissenschaftliche Prüfung: Ballwieser D. Nasenpflaster gegen Schnarchen – wie sie wirken und wann sie sinnlos sind. Apotheken Umschau (Wort & Bild Verlag). 05.11.2025. (öffnet in neuem Tab)
  11. Übersichtsarbeit · 2007Bloching MB. Disorders of the nasal valve area. GMS Curr Top Otorhinolaryngol Head Neck Surg. 2007;6:Doc07. (öffnet in neuem Tab)
  12. Physiologische Studie · 2004Peltonen LI, Vento SI, Simola M, Malmberg H. Effects of the nasal strip and dilator on nasal breathing – a study with healthy subjects. Rhinology. 2004;42(3):122–125. (öffnet in neuem Tab)
  13. Studie · 2000Pevernagie D, Hamans E, Van Cauwenberge P, Pauwels R. External nasal dilation reduces snoring in chronic rhinitis patients: a randomized controlled trial. Eur Respir J. 2000;15(6):996–1000. (öffnet in neuem Tab)
  14. Übersichtsarbeit · 2023Illidi CR, Romer LM, Johnson MA, Williams NC, Rossiter HB, Casaburi R, et al. Distinguishing science from pseudoscience in commercial respiratory interventions: an evidence-based guide for health and exercise professionals. Eur J Appl Physiol. 2023;123(8):1599–1625. (Correction: Eur J Appl Physiol. 2023;123(8):1627.) (öffnet in neuem Tab)
  15. Studie · 2019 · Vom Hersteller finanziertNoss MJ, Ciesla R, Shanga G. Sleep Quality and Congestion with Breathe Right Nasal Strips: Two Randomized Controlled Trials. Adv Ther. 2019;36(8):1975–1985. (Correction: Adv Ther. 2019;36(11):3289.) (öffnet in neuem Tab)
  16. Studie · 1997Ulfberg J, Fenton G. Effect of Breathe Right nasal strip on snoring. Rhinology. 1997;35(2):50–52. (öffnet in neuem Tab)
  17. Presse · 2022Hamburger Abendblatt: Schnarchen – welche Hilfsmittel laut Stiftung Warentest taugen (Bericht über test 10/2021) (öffnet in neuem Tab)
  18. Gesundheitsinformation · 2026Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Ratgeber für Patientinnen und Patienten: Obstruktive Schlafapnoe. Redaktion: Weeß HG, Galetke W, Meyer A, Stuck BA. Redigiert am 10.02.2026. (öffnet in neuem Tab)
  19. Studie · 2017Yagihara F, Lorenzi-Filho G, Santos-Silva R. Nasal Dilator Strip is an Effective Placebo Intervention for Severe Obstructive Sleep Apnea. J Clin Sleep Med. 2017;13(2):215–221. (öffnet in neuem Tab)
  20. Herstellerangabe · 2026Foundation Consumer Brands, LLC. Breathe Right® Nasenstrips – Gebrauchsanweisung (Medizinprodukt, CE). Datum: Januar 2026. EC REP: MDSS GmbH, Hannover; Importeur: Roha apothekendienste GmbH, Bornheim. PDF BR-DE-Product-Leaflet.pdf (Upload 05/2026). (öffnet in neuem Tab)
  21. Studie · 2023Universität Ulm (Dissertation, 2023): Messung der Nasenatmung mit drei externen Nasenstrips (Breathe Right, Better Breath, RuneSol) bei 102 Erwachsenen, doi:10.18725/OPARU-49429 (öffnet in neuem Tab)
  22. Gesundheitsinformation · 2018Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. Regelmäßiges Schnarchen bei Kindern ärztlich abklären lassen. HNO-Ärzte-im-Netz. 06.02.2018. (öffnet in neuem Tab)
  23. GesundheitsinformationDeutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin / Verband Pneumologischer Kliniken. Schlafstörungen – Besonderheiten bei Kindern. Lungenärzte-im-Netz. (Seitendatum nicht ausgewiesen). (öffnet in neuem Tab)

Quellen zuletzt geprüft am 09.10.2026. Herstellerangaben sind als solche gekennzeichnet; sie sind keine unabhängigen Belege für eine Wirkung.