Das Wichtigste in Kürze
- Wer die Nasenatmung verbessern will, sollte zuerst die Ursache kennen. Am häufigsten sind laut einer HNO-Übersichtsarbeit eine verkrümmte Nasenscheidewand und vergrößerte Nasenmuscheln, dazu kommen Schnupfen, Allergien, Nebenhöhlenentzündungen mit Polypen und eine enge Nasenklappe [1][2][3][4].
- Was du selbst tun kannst, hängt von der Ursache ab: Eine Erkältung klingt meist von selbst ab, bei Allergien beschreibt das IQWiG, wie du Pollen und Milben verringerst. Abschwellende Nasensprays sind nur für höchstens eine Woche am Stück gedacht [2][3][5][6].
- Nasenpflaster und Nasenspreizer setzen rein mechanisch vorne in der Nase an, an der Nasenklappe. Den hinteren Nasenraum veränderte ein Strip in einer Messstudie mit 89 Menschen mit verstopfter Nase nicht [7][8].
- Gesunde atmen im Schlaf fast nur durch die Nase. Bei nächtlicher Mundatmung rät der HNO-Arzt Bernhard Weiß bei der BARMER, die Ursache in der Nase zu suchen, statt den Mund zu verschließen [9][10].
- Eine bestehende Nasenatmungsbehinderung erfordert laut S3-Leitlinie zum Schnarchen (2019, derzeit in Überarbeitung) eine angemessene ärztliche Abklärung, auch ohne Schnarchen. Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis [11][2].
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Warum die Nase der normale Atemweg ist
Strömt die Atemluft durch die Nase, wird sie von der Schleimhaut angewärmt, befeuchtet und gefiltert. Über den Mund kommt sie vergleichsweise trocken und kühl in der Lunge an [10]. Feine Flimmerhärchen befördern Schmutzpartikel und Krankheitserreger, die an der Nasenschleimhaut hängen bleiben, Richtung Rachen [12].
Auch im Schlaf ist Nasenatmung der Normalfall: Gesunde Erwachsene mit normalem Nasenwiderstand atmen nachts fast ausschließlich durch die Nase [9].
Häufige Ursachen einer verstopften Nase
Warum die Nase zu ist, lässt sich von außen oft nicht sagen, und nicht selten kommen mehrere Ursachen zusammen [1].
| Ursache | Was dahintersteckt | Was dazu bekannt ist |
|---|---|---|
| Erkältung (Schnupfen) [2] | Viren entzünden die Schleimhäute in Nase und Rachen, die Nase läuft und schwillt zu. | Der Schnupfen ist oft nach wenigen Tagen vorbei, die ganze Erkältung meist nach 1 bis 2 Wochen. |
| Allergischer Schnupfen [3][5] | Das Immunsystem reagiert auf eigentlich harmlose Stoffe, etwa Pollen oder den Kot von Hausstaubmilben. | Pollen machen nur während des Pollenflugs Beschwerden, Hausstaubmilben das ganze Jahr, meist nachts und morgens am stärksten. |
| Nasennebenhöhlenentzündung und Nasenpolypen [4] | Die Schleimhaut von Nase und Nebenhöhlen ist entzündet und geschwollen. Bei chronischer Entzündung können sich Nasenpolypen bilden, Ausstülpungen der Schleimhaut. | Chronisch heißt: länger als drei Monate. Oft ist der Geruchssinn eingeschränkt. |
| Verkrümmte Nasenscheidewand [12] | Die Trennwand zwischen den beiden Nasenhaupthöhlen ist verbogen oder verschoben und engt eine oder beide Seiten ein. | Bei bis zu 80 % der Menschen ist sie verkrümmt, nur ein kleiner Teil hat dadurch Probleme. Beschwerden macht sie eher, wenn die Krümmung vorne liegt und die Nasenmuscheln zusätzlich vergrößert sind. |
| Vergrößerte Nasenmuscheln [1][12] | Die Nasenmuscheln sind mit Schleimhaut überzogene Wülste an der Seitenwand der Nase. Ist die Schleimhaut geschwollen, werden sie größer und engen den Atemweg ein. | Neben der verkrümmten Scheidewand die Hauptursache einer behinderten Nasenatmung. |
| Enge oder instabile Nasenklappe [1] | Die Nasenklappe ist der engste Abschnitt vorne in der Nase. Sie kann dauerhaft eng sein, oder die Nasenflügel werden beim Einatmen nach innen gesaugt. | Mit dem Alter verliert der Knorpel an Elastizität. Ein leichtes Ansaugen beim kräftigen Einatmen kann auch bei Gesunden normal sein. |
| Dauergebrauch abschwellender Nasensprays [6][11] | Bei Daueranwendung schwillt die Schleimhaut wenige Stunden nach jeder Anwendung wieder an (Dauerschnupfen). | Längerer Gebrauch kann die Schleimhaut schädigen. |
Zusammengestellt aus den zitierten Quellen, geprüft am 09.10.2026. Keine Diagnosehilfe: Welche Ursache vorliegt, klärt die Untersuchung.
Die Nasenklappe wird bei der Suche nach der Ursache leicht übersehen [1]. Wie eine Enge festgestellt wird, erklärt der Beitrag zur Nasenklappe.
Was du bei verstopfter Nase selbst tun kannst
Für viele Hausmittel gibt es wenig Belege [6]. Die Tabelle nennt deshalb nur Maßnahmen und Hinweise aus den Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
| Maßnahme | Genannt bei | Was du wissen solltest |
|---|---|---|
| Abwarten | Erkältung [2] | Erkältungen klingen meist von allein ab, Medikamente sind in der Regel nicht nötig. |
| Abschwellendes Nasenspray oder Nasentropfen | Erkältung, kurzfristig [6] | Nicht länger als eine Woche durchgehend, sonst droht ein Dauerschnupfen. Mögliche Nebenwirkungen sind eine trockene Nasenschleimhaut, allergische Reaktionen und Kopfschmerzen. |
| Wasserdampf einatmen | Erkältung [6] | Viele empfinden Wärme und Feuchtigkeit als angenehm. Eine eindeutige Wirkung auf die Erkältungsbeschwerden ist nicht belegt. |
| Pollenbelastung verringern | Heuschnupfen [3] | Bei starkem Pollenflug die Fenster geschlossen halten und vor dem Schlafengehen die Haare waschen. |
| Milben im Bett reduzieren | Hausstauballergie [5] | Milbendichter Matratzenbezug („Encasing“), Bettwäsche bei mehr als 60 Grad waschen, Staubfänger entfernen, Schlafzimmer bei etwa 18 bis 20 Grad halten und lüften. Luftbefeuchter und Pflanzen können dort das Milbenwachstum fördern. |
| Salzhaltiges Nasenspray, Nasendusche | Allergischer Schnupfen, Nebenhöhlenentzündung [3][4] | Das IQWiG nennt sie als Möglichkeit ohne Medikament. Bei Allergien ersetzen sie Medikamente meist nicht ganz. |
| Reize wie Zigarettenrauch und trockene Heizungsluft beachten | Allergischer Schnupfen [3] | Laut IQWiG macht ein allergischer Schnupfen die Schleimhaut oft überempfindlich, sodass auch Zigarettenrauch und trockene Heizungsluft Beschwerden auslösen können. |
Quelle: Gesundheitsinformationen des IQWiG (gesundheitsinformation.de), geprüft am 09.10.2026. Bei Medikamenten gilt die Packungsbeilage.
Reicht das nicht, nennt das IQWiG bei Allergien Medikamente wie Antihistaminika oder kortisonhaltige Nasensprays und bei Nebenhöhlenentzündungen vor allem kortisonhaltige Nasensprays [3][4]. Welches Mittel zu dir passt, besprichst du in der Arztpraxis oder Apotheke.
Nasenpflaster und Nasenspreizer: was sie mechanisch leisten
Nasenpflaster (äußere Nasenstrips) und Nasenspreizer (innere Nasendilatatoren) arbeiten ohne Wirkstoff und rein mechanisch an der Nasenklappe, also vorne in der Nase. Ein Strip zieht die Seitenwände mit einem Federband von außen etwas auseinander, ein Spreizer weitet den Naseneingang von innen [1][7]. Langzeitdaten zu äußeren und inneren Hilfen fehlen [13].
| Ursache | Was Strip und Spreizer dort tun |
|---|---|
| Geschwollene Schleimhaut (Erkältung, Allergie, Nebenhöhlenentzündung) | Sie setzen nicht an der Ursache an: Bei 89 Menschen mit verstopfter Nase weitete ein Strip nur die vorderen drei Zentimeter, den hinteren Nasenraum veränderte er, anders als ein abschwellendes Spray, nicht [8]. |
| Verkrümmte Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuscheln | Sie verändern weder die Scheidewand noch die Nasenmuscheln, sondern weiten nur den vorderen Abschnitt an der Nasenklappe [1][8]. |
| Enge oder instabile Nasenklappe | Hier liegt ihr Ansatzpunkt. Die S3-Leitlinie zum Schnarchen (2019, derzeit in Überarbeitung) sieht bei einer Enge im Bereich der Nasenklappe einen Versuch mit inneren oder äußeren Nasendilatatoren vor [11]. Ob die Nasenklappe beteiligt ist, zeigt die Untersuchung [1]. |
Einordnung der Bauprinzipien, keine Bewertung einzelner Produkte. Stand der Literatur: 09.10.2026.
Für Schlaf und Atemaussetzer fand eine Meta-Analyse von 2026 (17 kleine Studien, 496 Erwachsene, Literatur bis 01/2024) keinen messbaren Vorteil von Nasendilatatoren [14]. Studien mit Placebo-Strips fasst der Überblick zur Studienlage zusammen. Die Bauarten innerer Hilfen zeigt der Überblick zu Nasenspreizern, was der Kleber auf der Haut auslösen kann, der Beitrag zu Nebenwirkungen von Nasenpflastern.
Mundatmung im Schlaf: was dahinterstecken kann
Bekommt der Körper durch die Nase nicht genug Luft, stellt er nachts auf Mundatmung um. Ursache kann zum Beispiel eine durch Allergien gereizte und geschwollene Schleimhaut sein oder eine krumme Nasenscheidewand [10]. Bei Mundatmung trocknen Mund und Rachen aus, und die Reinigungs- und Abwehrfunktion der Nase ist beeinträchtigt [12].
Mechanisch ist Mundatmung im Schlaf ungünstiger: In einer kleinen Laborstudie mit 12 Gesunden stieg bei erzwungener Mundatmung der Widerstand der oberen Atemwege, und Atemaussetzer traten deutlich häufiger auf [9]. Auch eine verlegte Nase ging in einer Meta-Analyse von 2026 mit mehr Atemaussetzern einher, bei sehr unterschiedlichen Studien [15]. Für Nasenpflaster und Nasenspreizer fand die oben genannte Meta-Analyse zu Nasendilatatoren dagegen keinen messbaren Vorteil bei Atemaussetzern [14].
Umgekehrt verschwindet eine Schlafapnoe nicht einfach, wenn die Nase behandelt wird. Bei 10 Menschen mit Schlafapnoe und stark verstopfter Nase sanken unter abschwellendem Spray plus Nasenstrip die Mundatmung deutlich und die Atemaussetzer etwas, die Schlafapnoe blieb aber bestehen [16]. Ein trockener Mund beim Aufwachen kann zudem ein Hinweis auf eine Schlafapnoe sein, vor allem zusammen mit den Warnzeichen im Kasten [17][18].
Fachleute warnen davor, den Mund bei verstopfter Nase zuzukleben [19][10]. Der HNO-Arzt Bernhard Weiß (LMU München) rät bei der BARMER, stattdessen zuerst in einer HNO-Praxis klären zu lassen, warum die Nase nicht ausreicht [10]. Nasenpflaster und Mundpflaster zu kombinieren, empfehlen wir nicht. Mehr zum Mouth Taping steht im Beitrag zu Mundpflastern, mehr zum Schnarchen unter Nasenpflaster und Schnarchen.
Warnzeichen: Wann du die Nase ärztlich abklären lassen solltest
Eine bestehende Nasenatmungsbehinderung erfordert laut S3-Leitlinie zum Schnarchen (2019, derzeit in Überarbeitung) eine angemessene Abklärung, auch wenn du nicht schnarchst [11]. Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis, die Nase selbst untersucht eine HNO-Praxis [2][12]. Ärztlichen Rat brauchst du besonders in diesen Fällen:
- Erkältung mit Warnzeichen: hohes Fieber, starke oder zunehmende Beschwerden, Schmerzen in der Brust, Luftnot oder Probleme beim Atmen [2].
- Hinweise auf eine bakterielle Entzündung: über mehrere Tage grünlicher Nasenschleim oder eine hartnäckig verstopfte Nase mit starken Kopfschmerzen an der Stirn, vor allem mit Fieber [6].
- Zeichen, dass sich eine Nebenhöhlenentzündung ausbreitet: hohes Fieber, Schwellungen um die Augen, entzündliche Hautrötungen, starker Gesichtsschmerz, Lichtempfindlichkeit oder Nackensteife. Dann ist rasche Hilfe in Praxis oder Klinik wichtig [4].
- Beschwerden über Wochen und Monate: eine ohne Erkältung dauerhaft verstopfte Nase, ein nachlassender Geruchssinn oder wiederholtes Nasenbluten. Das können Hinweise auf eine chronische Nebenhöhlenentzündung oder eine verkrümmte Nasenscheidewand sein [4][12].
Was in der HNO-Praxis untersucht wird
Nach dem Gespräch schaut die Ärztin oder der Arzt mit Licht und Instrument in die Nase (Rhinoskopie). Bei Bedarf folgen eine Messung des Luftstroms vor und nach einem abschwellenden Mittel (Rhinomanometrie), ein Allergietest oder eine Bildgebung [12]. Für die Nasenklappe gilt die Nasenendoskopie als Standard, ergänzt durch den Cottle-Test, bei dem die Wange neben der Nase zur Seite gezogen wird. Beweisend ist der Test nicht: Die Atmung wird dabei auch bei normal geformter Nasenklappe leichter [1].
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, etwa kortisonhaltige Nasensprays bei vergrößerten Nasenmuscheln, eine Hyposensibilisierung bei Allergien oder ein Eingriff bei chronischer Nebenhöhlenentzündung mit Polypen, wenn andere Behandlungen nicht ausgereicht haben [12][3][4]. Eine Operation der Nasenscheidewand (Septumplastik) kommt infrage, wenn starke Beschwerden wahrscheinlich von der verkrümmten Scheidewand ausgehen. Kindern und Jugendlichen wird sie in der Regel nicht empfohlen, weil die Nase noch wächst. Laut IQWiG zeigen Studien, dass der Eingriff die Beschwerden verringern kann. Ob das langfristig anhält, ist nicht ausreichend untersucht [12]. Bei einer Enge der Nasenklappe kommen neben Nasendilatatoren auch Eingriffe infrage, die die Seitenwand der Nase stabilisieren [11][1].
Häufige Fragen
Warum ist meine Nase nachts zu?
Ein möglicher Grund ist eine Hausstauballergie. Die Beschwerden sind dabei meist nachts und morgens am stärksten, weil in Matratzen, Kissen und Decken besonders viele Milben leben [5]. Was du nachts tun kannst, hängt von der Ursache ab: bei Hausstauballergie etwa ein milbendichter Matratzenbezug, bei Heuschnupfen vor dem Schlafengehen die Haare waschen [5][3]. Bleibt die Nase ohne Erkältung immer wieder zu oder kommst du ohne abschwellendes Nasenspray nicht mehr aus, lass die Ursache abklären [6][11].
Ist Mundatmung im Schlaf schlimm?
Sie ist nicht der Normalfall: Gesunde atmen im Schlaf fast nur durch die Nase. In einer kleinen Laborstudie mit 12 Gesunden stieg bei erzwungener Mundatmung der Widerstand der oberen Atemwege im Schlaf deutlich [9]. Atmest du nachts regelmäßig durch den Mund, lass klären, warum die Nase nicht ausreicht [10]. Kommen Tagesmüdigkeit oder beobachtete Atemaussetzer dazu, denk auch an eine Schlafapnoe [17].
Wie lange darf man abschwellendes Nasenspray nehmen?
Abschwellende Nasensprays und -tropfen sind laut IQWiG für den kurzfristigen Einsatz gedacht und sollten nicht länger als eine Woche durchgehend angewendet werden [2][6]. Sonst droht ein Dauerschnupfen, und längerer Gebrauch kann die Schleimhaut schädigen [6][11]. Brauchst du das Spray immer wieder, sprich mit deiner Hausarzt- oder HNO-Praxis.
Wann sollte ich zum HNO-Arzt?
Bleibt die Nase ohne Erkältung dauerhaft zu, ist laut S3-Leitlinie zum Schnarchen (2019, derzeit in Überarbeitung) eine angemessene Abklärung nötig [11]. Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis, die Nase selbst untersucht die HNO-Praxis, etwa mit Nasenspiegelung oder Luftstrommessung [2][12]. Bei hohem Fieber mit starken Gesichtsschmerzen oder Schwellungen um die Augen solltest du nicht warten [4].
Quellen (21)
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Quellen zuletzt geprüft am 09.10.2026. Herstellerangaben sind als solche gekennzeichnet; sie sind keine unabhängigen Belege für eine Wirkung.